Es war einmal ...

Es war einmal - ich kann mich, wenn auch etwas dunkel erinnern: Irgendwann in der zweiten Hälfte der 70er Jahre bin ich regelmäßig ins Oval hinaufgepilgert. Bei Derbies mit meinem besten Freund, einem VÖESTler. Ansonsten mit meinen Freunden aus der Schule.

Ich erinnere mich, wie in den 80er Jahren, zuerst unter Dolfi Blutsch, später unter Janos Kondert eine absolut geile Mannschaft da war. Halbprofis wohlgemerkt. Zwei dritte Plätze durfte ich bejubeln, einen Sieg gegen Inter Mailand.

Ich erinnere mich, dann ging es wieder bergab. Ich blieb.

Eigentlich dachte ich, dass ich das Beste schon gesehen hab. Weil LASK hieß ungefähr - ein gutes Spiel, fünf schlechte Spiele. Runter ging es viel leichter als rauf.

Die Jahre vergingen, meine Liebe nicht. Sie war ein bisschen eingerostet wie es halt in so manchen Beziehungen passieren kann.

Aber dann kamen die Jahre, die ich eigentlich nicht erleben wollte - keine Lizenz, der LASK vor dem endgültigem Aus.

Und dann das Comeback, das nie geglaubte. Ja, und dann letztes Jahr das Spiel gegen Besiktas. Einen Freund wollte ich überreden mit zum Spiel zu gehen. Er meinte noch - warten wir mal das Hinspiel ab. Auch ich war überzeugt, dass wir nicht den Hauch einer Chance haben. 

Und heuer - die Spiele gegen Basel und letzte Woche die Championsleaguehymmne.

Ganz egal was heute passiert - ob Niederlage, egal wie hoch, ob Unentschieden oder Sieg und Aufstieg - ich bin stolz.

Stolz, auf den LASK, stolz auf die Spieler, stolz auf meine Freunde bei seit1908 und hier herinnen.

Das, was heute passiert kann uns niemand mehr nehmen.

Einmal LASKler, immer LASKler!

Gebt euch einen Ruck

Erneut hat uns ein Gastkommentar erreicht:

Die Geschichte der Übernahme durch die FdL findet immer wieder seinen Platz in diversen Berichten wenn es um die derzeitigen sportlichen und wirtschaftlichen Erfolge des LASK geht. Und das auch völlig zu Recht. Die damalige Übernahme gilt als Startschuss zu der erfolgreichsten Epoche der Vereinsgeschichte.

Der Vizemeistertitel, die erneute Qualifikation für den Europacup und ein breites wirtschaftliches Fundament. Das hat man jedem einzelnen Freund des LASK zu verdanken und insbesondere unserem Präsidenten Siegmund Gruber.

Dass jedoch nicht alles was Gold ist glänzt, beweisen die letzten Wochen und auch Monate. Waren es in der Vergangenheit kleine Fehltritte wie zum Beispiel ein Testspiel bei dem auch Dauerkartenbesitzer zahlen mussten (der LASK reagierte auf die Kritik) oder gelbe Ärmel auf den Heimdressen, so scheinen die zuletzt gesetzten Handlungen ein Ausloten der Grenzen zu sein.

Ich möchte dieses Thema nicht noch einmal zur Gänze durchkauen und bin als Außenstehender vielmehr darum bemüht Lösungsvorschläge zu liefern.

Mir ist auch durchaus bewusst, dass meine geschriebenen Worte zu keinem wundersamen Liebescomeback zwischen Verein und aktiver Fanszene beitragen werden, dennoch soll dieser Text für beide Seiten ein Denkanstoß sein. Ob man sich diesen zu Herzen nimmt oder nicht, bleibt den handelnden Personen überlassen.

Es wäre auf jeden Fall schade, würde man auf Grund des eigenen Stolzes in der erfolgreichsten Zeit der letzten 50 Jahre interne Grabenkämpfe nicht bei Seite legen können und so auch den sportlichen Erfolg aufs Spiel setzen. Schließlich hat Unruhe noch keinem Verein zu sportlichen Höhenflügen verholfen. Und ohne sportlichen Erfolg verschwindet auch das rosa schneller als uns lieb ist. Ja, das meine ich ernst, Partner wie BWT sind unabdingbar, wenn es um das Erreichen der sportlichen Ziele geht.

Um was es nun aber wirklich ankommt ist es wie der Verein mit solchen Thematiken umgeht. In erster Linie zählt es jetzt den Weg aus diesem schon zum Teil vergifteten Verhältnis zwischen Vereinsführung und Fans zu finden.

Es geht hier nicht um persönliche Eitelkeiten, es geht uns allen um den LASK. Um das Wohl des Klubs und um Nichts anderes. Doch wie sieht der erfolgreiche Weg des LASK aus? Es ist mit Sicherheit ein Scheideweg an dem man sich derzeit befindet, der durchaus gewisse Risiken mit sich bringt. Gibt es von beiden Seiten kein Einlenken, wird das Lebenswerk unseres Präsidenten zu bröckeln beginnen, daran hege ich keinen Zweifel.

Umso wichtiger wird sein, wie man in Zukunft untereinander kommuniziert. Weiters wird abzuwarten sein wie gut der Spagat zwischen Befriedigung der Interessen der Sponsoren und dem Hochhalten der für Fans wichtigen Werte gelingt.

Um nun schnellstmöglich wieder ins Reine zu kommen, sollten beide Seiten einen Schritt aufeinander zu machen. Es wäre schön, wenn hier von Vereinsseite der erste Schritt erfolgt. Eine Entschuldigung für provokante Gesten des Präsidenten würde hier wohl schon mal die Stimmung etwas lockern und ein erstes Signal in Richtung Fans senden.

Fortführend sollte die Fanszene, welche dem Verein bereits vor Wochen ein komplettes Konzept mit für sie allen wichtigen Werten vorgelegt hat, noch einmal kompakt alle Punkte auf den Tisch bringen.

Dass man deswegen jetzt von Seiten des LASK nicht das Projekt Juniors OÖ zu Grabe tragen wird oder einen Thomas Gebauer zurück nach Ried schickt, sollte den Fans aber auch bewusst sein.

Um eine Parallele zum Klima zu ziehen. Die Stimmung wird heißer und es ist fünf vor zwölf. Wird hier nicht schnellstmöglich gehandelt, gibt es irgendwann kein Zurück mehr. Und wer weiß, vielleicht hilft ja auch einfach ein bereinigendes Gewitter, bei dem beide Seiten auf den Tisch klopfen.

Ein gut gemeinter Rat meinerseits: direkte Kommunikation ist der einzige Weg zum Erfolg. Mit öffentlichen Bekundungen zu diesem Thema wird man nur weiter Öl ins Feuer gießen und einen Schulterschluss zwischen Klub und Fans in weite Ferne rücken.

Gebt euch einen Ruck, handelt wie erwachsenen Menschen und setzt euch an einen Tisch. Alles andere wäre „Orsch“!

Mein Verein, wie ich ihn nie wollte

111 Jahre ist unser Verein heuer alt, meine persönliche 25. LASK-Saison begann gestern mit dem Sieg gegen Altach – eigentlich ein Grund zu feiern, gäbe es nicht einige Entwicklungen bei unserem geliebten Sportklub, die ich schon seit einiger Zeit mit Sorge beobachte, in weniger feinen Worten: die mich richtig richtig ankotzen.

Ein Aufruf zu mehr Sachlichkeit

Das Internet ist toll, es dient als Kommunikationsmittel, ermöglicht schnellen Gedankenaustausch, dient als Informationsquelle und erweitert den eigenen Horizont. Jedoch hat die Sache einen Haken, oftmals werden Emotionen falsch verpackt und/oder falsch interpretiert.

Es passieren verbale Entgleisungen und Respektlosigkeiten die vom Verfasser so oft nicht wahrgenommen werden, weil man das Ganze in Gedanken ja doch eh in einem Packerl Sarkasmus verpackt hat.

Was das mit dem LASK zu tun hat? Ganz einfach, viele Kommentare zum Thema Stadion sind entbehrlich! Sei es in diversen Internetforen oder in den sozialen Medien.

Leider ist es nun einmal so, dass auch in Sachen Stadion-Neubau vorwiegend in den „Farben“ schwarz und weiß Gedacht wird. Wahrlich wunderschöne „Farben“, die jedoch nicht zu einer verbesserten Gesprächskultur und sachlichem Meinungsaustausch beitragen.

Ich richte diesen Appell deswegen vor Allem an jene LASK Fans, die vehement versuchen den Stadion-Neubau mit aller Kraft zu verteidigen und dabei oft auf eine objektive Argumentation vergessen. Persönliche Angriffe, Diffamierungen und Polemik haben in dieser Diskussion Nichts verloren, am Ende führt ein solches Verhalten nur dazu, dass die Stadion-Gegner noch überzeugter ans Werk gehen, sich weiterhin ihrer Unwahrheiten bedienen und diese Angriffsfläche der schwachen Argumentation nutzen um gestärkt in ihrer Argumentation zu sein.

Ich gebe es zu, es ist nicht immer leicht ruhig und besonnen zu bleiben wenn Falschinformationen als Fakten verkauft werden, es ist nicht immer leicht wenn sich die „Gegenseite“ einer politischen Rhetorik bedient, die man zur Genüge kennt.

Aber glaubt mir eines, oftmals hilft es den Wind aus den Segeln zu nehmen. Eine weniger aggressive Diskussionskultur wird auch dem LASK hilfreich sein.

Deswegen meine Bitte an euch: Argumentiert mit Fakten und bietet hier keine weitere Angriffsfläche.

Die Fakten die wären:

- Der LASK hat etliche Standorte durch ein unabhängiges Unternehmen prüfen lassen. Dabei wurde der Standort Pichling als idealer Standort auserkoren.
- Fakt ist, es wurde und wird von Seiten der Stadion-Gegner kein alternativer Standort aufgezeigt der realistisch und machbar wäre.
- Der genaue Standort des Stadions ist noch nicht bekannt, deswegen darf man nicht müde werden zu betonen, dass die in den Medien und Anfangs vom LASK verbreitete Grafik lediglich ein Rendering ohne Aussagekraft ist. Der LASK betonte aber mehrmals das Stadion vom See wegrücken zu wollen.
- Die Umweltverträglichkeitsprüfung wird als objektives Instrument dafür eingesetzt werden um zu prüfen ob der Standort alle Voraussetzungen für ein neues Stadion erfüllt.
- Der LASK hält sämtliche rechtliche Vorgaben bei seinem Bauvorhaben ein.
- Es ist auch das gute Recht der Stadion-Gegner eine Volksbefragung zu initiieren, aus diesem Grund braucht dafür niemand angefeindet werden. Im Gegenteil, zeigen wir auf diesem Weg, dass die Mehrheit dieses Stadion wünscht.

Abschließend sei nochmals das Motto „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ in Erinnerung gerufen.

Lasst uns gemeinsam den Traum vom neuen Stadion verwirklichen, motiviert eure Freunde, Verwandten und Bekannten schon jetzt die Volksbefragung gegen den Stadionbau abzulehnen und helft dem LASK so beim Schreiben eines weiteren Kapitels der langen Vereinshistorie.

#gemeinsamsindwirlask

Wenn Menschenrechte keine Rolle spielen und es ab morgen schon wieder Schnee von gestern ist…

Sonntag. 16.12.2018. Austria Wien – Rapid Wien. 1. Wiener Derby im neuen Franz-Horr-Stadion. Ein Tag im Zeichen der neuen politischen Umgangsweise mit organisierten, kritischen, autonomen Gruppen des Landes.
Ein Solidaritätsbeitrag aus Linz.
 
Wie üblich bei einem Stadtderby, sammelten sich die Anhänger des SK Rapid Wien im Vorfeld, um dann mittels U-Bahn und die letzten paar Meter per Fußmarsch Richtung Austria-Stadion zu bewältigen.
Gesagt, vorerst getan.
 
Welche Szenen sich beim Fußmarsch in der Folge abspielen sollten, ist in der Historie des österreichischen Fußballs einzigartig und sucht seinesgleichen.
Die Geißelung des 16. Dezembers 2018. Tatort: Wien.
 
Entgegen der ursprünglichen Aussagen der Rechtshilfe Rapid, dass die Tangente A 23, bereits vor Passieren des Marsches gesperrt gewesen sein soll und somit keine Autos mehr auf der Autobahn unterwegs gewesen sind, revidierte die Landespolizeidirektion Wien in einem tags darauf veröffentlichten Video, auf dem zu sehen ist, dass einige Schneebälle auf Autos geworfen wurden.
 
Die Rechtshilfe Rapid entschuldigte sich einen Tag nach dem Derby mittels Facebook-Post für diese Falschaussage, die darauf zurückzuführen ist, dass Aktivisten der Rechtshilfe eine vermeintlich leere Autobahn vorfanden und dies sogleich auf Twitter tickerten, jedoch die Südosttangente für sie nicht vollends ersichtlich war.
Mit einem Polizeihubschrauber ist die Beobachtung der gesamten Lage verständlicherweise besser möglich.
 
Auf Grund des Tatbestands der Gemeingefährdung gem. §177 (1) StGB sah sich die Exekutive dazu veranlasst, 1338 Personen einzukesseln und daraufhin Identitätskontrollen durchzuführen, die bis zu 7 Stunden andauern sollten.
 
Bei Temperaturen unter 0°C. Ohne Toiletten. Ohne Essen. Ohne Trinken.
Frauen, Kinder, Alte, Junge, Diabetiker,…
 
Die Identitätskontrollen wurden durchgeführt, um diejenigen Personen zu identifizieren, die laut Polizei Pyrotechnik, Flaschen, Dosen und Schneebälle (auf den Videos der LPD Wien ist lediglich das Werfen einiger Schneebälle erkennbar) auf die Autobahn geworfen haben.
 
Eines vorweg: das Werfen von Schneebällen auf die befahrene Autobahn ist saudumm und obendrein lebensgefährlich.
Die Täter gehören bestraft.
 
Unerklärlich ist für mich als Außenstehender, warum die Staatsgewalt eine gemeingefährliche Situation (das Werfen von Schneebällen auf die Autobahn) genau an demselben Ort, wo die Schneebälle geworfen wurden, mittels Identitätskontrollen aufklären möchte, indem sie die Autobahn nach 10 Minuten wieder freigibt.
Die akute Gefahr von Schneeballwürfen (die danach nicht mehr folgten) besteht demnach weiterhin.
 
Als nächster Punkt, der sich mir aufdrängt, sind die Identitätskontrollen per se.
Wenn Schneebälle auf die Autobahn geworfen werden, welchen Aufklärungssinn verfolgen dann Identitätskontrollen?
Hat der Übeltäter den Schneeball etwa noch in der Hand, wenn er zu den Beamten schreitet und sich durchsuchen lässt?
 
Des Weiteren wirft sich die Frage auf, warum man 1338 (!) Menschen oberhalb einer befahrenen, eisigen Autobahn (die schmalsten Stellen sind lt. Gedächtnisprotokollen ca. 5m breit) stundenlang festhält, wobei die Menschen ein ca. 1,10m hoher Zaun vom Hinunterfallen in ca. 10m Tiefe auf die meistbefahrene Autobahn Österreichs trennt.
 
Man stelle sich mal vor, jemand bekommt Platzangst, fällt durch die winterlichen Verhältnisse in die Tiefe…oder weiß Gott nicht was!
 
Rückblende: Duisburg, Love Parade.
 
Ich sehe jetzt schon die bestürzten österreichischen Politiker, Bürgermeister und Profilierungssüchtigen vor meinem inneren Auge, die sich nach eventueller Tragödie alle fragen: ,,Wie konnte sowas Schreckliches nur passieren?“ und den Angehörigen ihr tiefstes Mitgefühl aussprechen. Den schwarzen Peter möchte keiner haben.
 
Angaben ohne Gewähr:
 
Gestern las ich ein Gedächtnisprotokoll eines Rapidlers, der sinngemäß schrieb, dass sich einer von der Brücke stürzen wollte, zum Glück aber zurückgehalten wurde.
Ein anderer schrieb: ,, Wennst einem Diabetiker mit mehreren Bandscheibenvorfällen über eine Polizeiabsperrung heben musst und daneben Polizisten zuschauen und lachen. Heute wurden Menschenrechte verletzt.“
 
Menschenrechte?
 
Ach ja, die gibt’s ja auch noch.
 
Ein Grundrechtseingriff kann nur erfolgen, wenn der Eingriff ein Ziel verfolgt, das im öffentlichen Interesse (z.B.: Gemeingefährdung) steht und verhältnismäßig ist.
 
Es muss ein geeignetes, notwendiges und adäquates Mittel eingesetzt werden.
Die Schwere des Grundrechtseingriffs (z.B.: Recht auf persönliche Freiheit) ist mit der Schwere des öffentlichen Ziels abzuwägen.
 
Bei 1338 Identitätsfeststellungen kam es zu einer Anzeige wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und einer verwaltungsrechtlichen Festnahme.
Das entspricht einer Quote von 99,15% Unschuldiger, die festgehalten wurden.
 
Laut Polizei wurden 3 Verletzte gemeldet, die von der Rettung abtransportiert werden mussten.
Es wurden dem Sachverhalt zufolge mehr Menschen verletzt als angezeigt.
 
Die Verhältnismäßigkeit ist hierbei also schwerstens zu hinterfragen.
Ich hoffe der Verfassungsgerichtshof sieht das genauso.
 
Von mehreren Stellen wird gemutmaßt, dass das Einkesseln der Rapid-Fans von langer Hand geplant und akribisch vorbereitet wurde.
Ich teile diese Vermutung.
 
Das es gerade die Rapid-Fans „erwischt“ ist kein Zufall.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Fußballfans einen denkbar schlechten Ruf genießen, Rapid-Fans erst recht.
 
Mit der Aktion am Sonntag wollte man testen, wie weit man gehen kann.
Wie groß ist der Aufschrei in der Bevölkerung?
Regt sich Widerstand in der Bevölkerung oder ,,is es eh wurscht, weil’s nur d’Rapidler dawischt hod?“
 
Langsam Terrain gewinnen, um es auszuweiten und für seine Zwecke (unliebsame Oppositionsdemonstranten, Fußballfans, Flüchtlinge,…) zu nutzen.
Polizeistaat olé!
 
Letzten Donnerstag im Europa-League-Spiel gegen die Glasgow Rangers gab es anlässlich des Datums 13.12. in Anlehnung an die Buchstabenkombination im Alphabet (“ACAB“ = “All Cops are Bastards“) vom Block West eine großflächige Choreographie, Wochen zuvor auch bereits beim Auswärtsspiel in Salzburg.
 
Ich denke, dass dies nicht der hauptsächliche, aber kein unwesentlicher Grund für die Geschehnisse des Derbytags ist.
Die Reaktion der Polizei steht jedoch in keinem Verhältnis zur Choreo der Rapid-Fans!
 
Es sei angemerkt, dass “ACAB“ in Deutschland beispielsweise unter die Meinungsfreiheit fällt, was das Bundesverfassungsgericht 2016 in einem Beschluss bestätigte.
 
Die Krux an der Sache ist, dass beispielsweise Fußballfans keine Lobby hinter sich haben.
Wer soll einem helfen?
 
Die Polizei, die einen lieber heute als morgen gern im Häfn hätte?
Die Justiz, die bei Fußballdelikten besonders gern drauffährt?
Das Innenministerium, die die Polizei lenkt und leitet?
 
Die Glaubwürdigkeit eines Fußballfans geht Richtung Gefrierpunkt.
Es ist Zeit, Aufklärungsarbeit zu leisten.
Redet mit Leuten darüber, eurem Umfeld, klärt sie auf.
Erzählt ihnen davon. Das wäre der erste Dominostein, der umfallen müsste.
 
Ein Aspekt, der mir als LASK-Fan auch noch sauer aufstößt, ist Siegmund Gruber’s Aussage in der Sky-Sportsendung „Talk und Tore“: ,,Polizei-Bashing ist auch nicht das Richtige.“
Und Fan-Bashing sehr wohl?
 
Man sollte immer differenzieren. Es gibt überall schwarze Schafe.
Bei den Fußballfans. Bei der Polizei. Überall.
Das sollte auch der LASK-Präsident vor zukünftigen Aussagen bedenken.
 
Ähnliche Aussagen folgten von ihm auch nach dem ersten „Heim“derby gegen Blau Weiß in Pasching, nachdem Blau-Weiß-Fans mit Pfefferspray in dem alten Awaysektor eingesprüht wurden – die Luft konnte in der Plexiglas-Hütte nicht entweichen.
 
Dem Präsidenten war’s wurscht.
 
Anders Rapid-Präsident Krammer, der am Abend bis glaublich 21.30h den eingekesselten Rapid-Fans zur Seite stand. Das ist gelebte Solidarität.
 
Ich hoffe, dass die Opposition im Nationalrat (SPÖ, Neos, JETZT) von ihrem Untersuchungsrecht (46 Abgeordnete wären nötig) Gebrauch macht und einen Untersuchungsausschuss durchbringt, um diesen Derbyvorfall genauestens zu prüfen.
 
Als vorletzter Punkt sei noch die Schadenfreude einiger Leute erwähnt:
Ich habe von Rapid-Anhängern gelesen, wie vereinzelte Austria-Fans nach Spielende vorbeigezogen sind und sich auch noch lustig über die prekäre Situation gemacht und schadenfroh gezeigt haben.
 
Auch habe ich schon diverse Kommentare von LASK-Fans in öffentlichen Netzwerken vernommen, die mich sprachlos und wütend zugleich machen.
 
Euch sei gesagt: Schon bei unserem nächsten Wien-Aufenthalt könnte es uns ähnlich ergehen. Wer zuletzt lacht, lacht am…?
 
Abschließend noch kurz zum letzten Aspekt – von wem geht das Ganze eigentlich aus?
 
Oberste Sicherheitsbehörde der Republik Österreich ist der Bundesminister für Inneres.
Ihm sind die Landespolizeidirektionen, ihnen wiederum die Bezirksverwaltungsbehörden als Sicherheitsbehörden nachgeordnet.
 
Das Amt des Innenministers hat derzeit ein gewisser Herbert Kickl von der FPÖ inne.
Welche Machtbefugnisse er in dieser Position hat, wird der ein oder andere, der das politische Geschehen verfolgt, bereits mitbekommen haben.
 
Was viele nicht wissen:
 
Vor ein paar Monaten hat im Spiel Rapid Wien : Wolfsberger AC ein Rapid-Fan einen Doppelhalter mit kritischem Inhalt (Mahrer und Kickl wurden im Fadenkreuz abgelichtet) hochgehalten.
Noch am selben Tag stand das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) vor seiner Haustür und es gab eine Hausdurchsuchung.
Möchte man so mit kritischen Inhalten zukünftig umgehen?
 
Das Wiener Derby hat einen Vorgeschmack gegeben, worauf wir Fußballfans uns in Zukunft einstellen können.
Jeder darf selbst entscheiden, wo er sein X bei der nächsten Nationalratswahl setzt.
 
Ich weiß spätestens jetzt, wo ich es definitiv nicht setzen werde – bei der Fußball Partei Österreichs, kurz FPÖ.
 
Getrennt in den Farben. Vereint in der Sache.
 
von einem besorgten LASK Fan
 

Wenn Vereinsfarbe keine Rolle spielt – ein Solidaritätsbeitrag aus Linz!

Als Fußballfan ist man es gewöhnt von Seiten der Exekutive nicht immer mit Samthandschuhen angefasst zu werden. Teilweise verständlich und solange die Vorgehensweise im gesetzlichen Rahmen passiert, sollte das ja eigentlich kein Problem darstellen. Eigentlich...

Was sich allerdings gestern in Wien – Favoriten abgespielt hat, grenzt an Freiheitsberaubung.

Die Wiener Polizei kesselt 1338 Personen ein, stellt 1338 Menschen unter Generalverdacht, hält diese bis zu 7h fest um schlussendlich zwei Anzeigen auszusprechen. Dem gegenüber stehen, laut Bericht der LPD Wien, drei Abtransporte von Rapid Fans auf Grund von körperlichen Problemen, die nachweislich durch die lange Wartezeit ohne Sitzmöglichkeit, Getränke, Speisen und Toilettengänge entstanden sind.

Nun ja, zur Vorgeschichte: der SK Rapid Wien hat ein Fanproblem mit einem kleinen Teil der zugegeben großen aktiven Fanszene. Ohne Zweifel.

Ereignisse wie der Platzsturm beim Heim-Derby, die ACAB Choreo beim Europa League Spiel gegen die Rangers oder Knallkörper beim gestrigen Fanmarsch, sind nicht zu entschuldigen.

Dennoch ist es Aufgabe der Polizei Situationen stets differenziert und objektiv zu beurteilen. Diese Betrachtungsweise fehlt bei der gestrigen Amtshandlung. Glaubt man der LPD Wien waren Wurfgeschosse (pyrotechnische Gegenstände, Schneebälle und Getränkedosen), welche auf der A23 landeten, der Auslöser für diese Herangehensweise. Sollte das so geschehen sein, ist dies kein Kavaliersdelikt und aufs Schärfste zu verurteilen.

Nun frage ich mich aber: Hat die Polizei keine andere Möglichkeit die wenigen Täter auszuforschen als eine solche Kollektivmaßnahme?

Scheinbar nicht, das wiederum wirft in meinen Augen die Frage auf ob die Einsatzleitung des gestrigen Einsatzes wirklich die Kompetenz hat einen solchen Einsatz zu leiten.

"Hätti-wari-Geschichten" sind im Normalfall nicht mein Stil. Dennoch möge man sich einmal vorstellen, was hätte passieren können, wären die TeilnehmerInnen des Fanmarsches gestern nicht so ruhig und besonnen geblieben.

Die Entwicklungen im Innenministerium sind besorgniserregend. Hausbesuche bei Personen die den Innenminister „anpatzen", Fußballfans werden kollektiv als Straftäter gesehen, Personen mit dunkler Hautfarbe sowieso unter Generalverdacht gestellt.

Es darf nicht sein, dass rechtsstaatliche Prinzipien mit Füßen getreten werden. Es darf nicht sein, dass man kollektiv Leute (vor)verurteilt. Es darf nicht sein, dass man unbescholtene Leute in gesundheitsgefährdende Situationen bringt. Es darf nicht sein, dass man sich in Österreich darüber wundern muss wozu der Innenminister im Stande ist.

Und zu guter Letzt darf es umgekehrt auch nicht sein, dass man kollektiv Polizisten an den Pranger stellt. ACAB zu schreien ist dämlich, aber noch lange nicht gefährlich. Zumindest bis zum gestrigen Tag.

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